Montag, 2. November 2009

Byrd CaraCara Rescue

Gute Messer müssen nicht teuer sein. Das beweist Spyderco mit Modellen wie dem Tenacious, aber noch viel mehr mit der Tochtermarke Byrd.
Byrd Messer werden in China produziert, tragen aber viele Designmerkmale der Muttermesser. Die Byrdmesser haben meist ein Spyderco Äquivalent, das aber besseren Klingenstahl und minimal bessere Verarbeitung aufweist.

Das Cara Cara ist das Byrd Pendant zum beliebten Endura. Ein langer, schlanker Einhandfolder mit Backlock. Da er verriegelt und einhändig bedienbar ist gelten die Einschränkungen was das tragen in DE angeht. In AT ist der Folder uneingeschränkt legal zu tragen.
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Das Cara Cara
Rescue hat - der Begriff Rescue deutet es an - eine Sheepfoot Klinge. Durch diese gerade Klingenform ohne Spitze ist es möglich etwa einen Gurt oder ein Tau zu zerschneiden um eine Person zu bergen ohne diese Person zu verletzen. Konsequenterweise habe ich mich daher auch für Vollwelle (Spyderedge) entschieden, was beim durchtrennen solcher Materialien sehr wertvoll ist. Wie bei Spyderco gilt aber auch bei Byrd: Es gibt eine Menge Modellvarianten. Das Cara Cara gibt es in anderen Klingenformen, und mit glatter Klinge oder Teilwelle. Mit Spitzer Klinge, mit Stahlgriff etc. Wem das Cara-Cara zu groß ist, der findet mit dem Meadowlark ein kleineres Modell mit den selben Varianten (Pendant zum Delica).

Die Welle (spyderedge) ist von Spyderco und Byrd ja als sehr scharf bekannt - das Cara-Cara bestätigt das einmal mehr!
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Zur Praxis:
Das Messer lässt sich einfach bedienten, die Klinge läuft weich und ruckelfrei. Im geöffneten Zustand hat die Klinge minimales vertikales Spiel (nur bei viel Druck), was man aber durch nachstellen der Achsschraube beheben kann. Das Messer ist verschraubt nicht genietet wie in der Preisklasse zu erwarten wäre.
Das Klingenloch hat - wie bei allen Byrd - die Byrdeye Form. Es sieht etwas seltsam aus, ist aber einwandfrei und bequem bedienbar, der Backlock verriegelt sauber und stabil. Der Griff aus FRN ist angenehm griffig und liegt gut in der Hand. Der Clip ist in 4 Positionen montierbar. Durch die Welle und den brauchbaren Stahl ist das Messer lange scharf, und dennoch gut am Sharpmaker schärfbar. Durch die Welle fallen Steine als Schleifmittel aus!

Die üblichen Schneideaufgaben (Briefe, Pakete, Semmeln, Wurst, Apfel) erledigt das Messer brav und gut. Der Wellenschliff bringt hier keine Vorteile, stört aber auch nicht.
Seile, Textil und Co schneidet das Cara Cara perfekt! Das war zu erwarten, ist aber dennoch eine Erwähnung wert. Hier hilft die Welle!

Schnitzen ist mit der Wellenschliffklinge fast unmöglich, die Odoo-typischen Testdisziplinen sind für den Wellenschliff wenig geeignet. Es schnitzt schlecht, fächert nicht besser und rasiert zwar, aber kratzt dabei. Gut, das alles ist bei Wellenschliff unvermeidbar und gehört zur Wahl der Benutzer. Für diese Aufgaben rate ich jedenfalls zur glatten Variante (mit Spitze oder ohne). Als Rettungsmesser ist die Welle die bessere Wahl, und um den Preis dürfen es auch mal Beide sein

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techn. Daten:
Klingenlänge 100mm (Schneide 86mm)
Gesamtlänge 222 mm
Gewicht 104g
Stahl: 8CR13MOV (AUS8, 440c vergleichbar)
Griff: FRN
Verriegelung: Backlock

Fazit: Das Cara Cara ist eine Empfehlung wert. Um 30 Euro (je nach Variante zwischen 25 und 35) ist es ein EDC für alle Fälle, mit Varianten für jeden Geschmack. Glatt mit Spitze ist es ein Outdoor und Alltagsedc, meine
RescueVariante passt für Freunde des Wellenschiffs. In der Summe der Eigenschaften ist es ncht nur gemessen am Preis ein Messer für alle Fälle, und ein klarer Kauftipp!

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