Samstag, 26. September 2009

Cherusker Ryback

Das Ryback ist ein Design des US- Wahlberliners Kevin Wilkins, der zu recht für stimmige und interessante Designs bekannt ist. Die deutsche Firma Cherusker Messer produziert dasRyback in Lizenz als Serienmesser, wodurch auch jene die sich kein Handmade leisten können oder wollen in den Genuss des Ryback kommen können. Die Messer werden in China gefertigt, was heutzutage ja auch kein Manko mehr ist. Wie man von Spyderco, Byrd, Benchmade und Co weiß kommen in einer mittleren Preislage tolle Messer aus China.

Hier zunächst mal ein Bild:
Click the image to open in full size.

Man sieht, das
Ryback sprengt die übliche Folderklasse. Konzipiert wurde es als Klapp-Kochmesser, was eine gewisse Klingenbreite (wie eben Kochmesser) voraussetzt. Und da eine breite und lange Klinge auch beim verstauen Platz braucht ist der Griff ebenso mächtig.

Das
Ryback kam sauscharf und gut verarbeitete bei mir an. Im Lieferumfang war ein gefüttertes Nylonetui von guer Qualität. Messer und Etui tragen die Nummer 4/100 (ich musste beim 1 Produktionslauf zuschlagen ;) ).
Click the image to open in full size.
Click the image to open in full size.

Zur Praxis: Das
Ryback ist kein EDC. Ich habe es versuchshalber ein paar mal eingeklippt in der Tasche getragen, aber im Ernst: Das zu ziehen um damit nen Apfel zu schälen würde für zu viel Aufsehen sorgen. Die EDC tauglichkeit ist fast NULL. Anders unterwegs, da wäre das Messer dank scharfer Klinge und stabilem Lock durchaus brauchbar als Outdoormesser. Zwar ist das Gewicht hoch, aber es wäre ein optimales Brotzeitmesser unterwegs für Leute denen Ultraight fern ist. Leider ist die Kombination vom breiten Griff und der noch breiteren Klinge schlecht wenn es um Grifftechniken geht die feines führen der Klinge ermöglichen würden. Grobes Schnitzen geht, Feinarbeiten erfordern Verrenkungen. Wieder keine Punkte für das Ryback.

In der Küche, bei der Brotzeit und als Picknickmesser schlägt die Stunde des Messers. Kaum ein anderes Klappmesser kommt mit der Leistung das
Ryback hier mit. Die Scharfe Klinge macht aus Brot, Tomaten und Hartwurst mühelos mundkleine Stücke, Schneidet mit wenig Kraftaufwand und glatt, kurz: Das Ryback ist hier der Hammer. Ich habe es in meiner Küche probiert (habe da aber zu viele hochwertige Japaner um es öfter zu verwenden) und - wesentlich öfter - als mein Messer zum Kochen bei Freunden mit genommen. Gegen übliches Haushaltsblech ist das Ryback eine Offenbarung, auch wenn es sehr gute Kochmesser nicht ersetzen kann. Die Klingenform erinnert an ein japan. Santoku - keine schlechte Wahl für Kochmesser.

Leider hat sich eine Schraube des
Ryback recht bald unbemerkt in der Tasche verabschiedet, wie auf den Bildern zu sehen ist. Ich denke aber Mail an Cherusker würde für Ersatzleistung reichen, die Firma gilt als gut im Service (hab ich noch nicht selber versucht). Der massive Framelock hakt ab und zu ein wenig, hält aber sehr gut.

Zu den tech. Daten

Gewicht 254g
Länge offen: 27,7cm
Klingenlänge: 12cm (davon 11,3 Schneide)
Klingenstärke 3mm
Verriegelung: Framelock
Griffmaterial: G10 und Stahl
Klingenstahl: 8Cr13MoV (chin. Stahl nahe an AUS8, 440c),
Härte: 58 HRC (gut schärfbar und schnitthaltig)
Clip
Nylonetui

Der Clip passt nur in 1 Position, ist aber straff und hält gut.

Fazit: Das
Ryback ist anders. Es ist kein EDC, aber es hat Charme. In seinem Feld - der Nahrungszerkleinerung - sucht es Seinesgleichen meist vergeblich, nur Wenige halten mit. Als Brotzeit- Koch und Grillmesser ist es super, und begleitet mich wenn es nicht auf das Gewicht ankommt gern zu diesen Zwecken. Um den recht moderaten Preis für so ein Spezialmesser (79,70.-) ist es ein fairer Deal, der Freunden "anderer" Messer zu empfehlen ist.


Click the image to open in full size.
BM Mini Griptilian, Byrd Cara-Cara Rescue und
Ryback im Vergleich

Keine Kommentare: