Donnerstag, 7. Mai 2009

Victorinox Dual Schärfer


(Erste Fassung dieses Reviews gabs auf Odoo.tv)

Ich schreibe hier ja viel zu Messern, und irgendwann wird das beste Messer stumpf. Idealerweise schärft man es bevor es wirklich stumpf ist, die Frage ist nur: Wie? Ich verwende gern den Sypderco Sharpmaker oder auch den Byrd Duckfoot, die sich beide bewährt haben. Auch Banksteine sind mit nicht fremd, und ich verwende sie gerne. Aber unterwegs sind all diese Lösungen nicht ideal, da passt nur ein sehr kleiner und leichter Schärfstahl, oder der Duckfoot bedingt (relativ leicht und geringes Packmaß, aber immerhin...) Nun sah ich den Victorinox Dual Messerschärfer in einem Youtube Video zu irgend einem Messer (habs vergessen, Sorry), und dachte mir: Interessant, so wirklich Mist verkauft Victorinox nicht, versuch ich mal. Gedacht, gekauft - um 7 Euro kam der Schärfer zu mir. Um das Geld kann nicht viel verloren sein. Der Schärfer sieht aus wie ein Kugelschreiber, er hat auch ziemlich genau die Abmessungen eines handelsüblichen Einwegstiftes. Mit 23g ist er sehr leicht, passt daher gut in jedes EDC Setup - zB in die Stifthalterungen in vielen Taschen und Rucksäcken. Der Dual Schärfer hat - Nomen es Omen - 2 Funktionen Zum Einen ist da der V-Schleifer. Er enthält 2 Keramikelemente die im 45° Winkel zu einander stehen. Dünne Klingen wie die der Victorinox oder Wenger Taschenmesser und Tools, aber auch Opinels oder Löwenmesser zieht man da einfach ein paar mal durch. Die Klinge wird ausreichend scharf, Armhaare rasieren geht mit etwas Druck. Nicht zu fest aufdrücken, das ist eher schädlich als hilfreich! Nun sind das alles eher weiche Klingen, und da geht das Schärfen ausreichend schnell. Bei meinen Spyderco oder Fällkniven würde es ewig dauern, und die 45° wären mir da auch zu wenig, da bevorzuge ich 30-35°. Da die weicheren Stähle ohnehin öfter nachgeschärft werden müssen und die Schärfe weniger gut halten sind die 45 Grad aber OK, ein brauchbarer Kompromiss zwischen Schärfe und Schnitthaltigkeit.  



Funktion 2 ist ein Schleifstab. Er verbirgt sich unter der längeren Kappe, und besteht aus Silicium/Carbid. Man stelle sich das so vor: Man nimmt den "Stift" und entfernt beide Kappen. Die lange Kappe nimmt man nun, und steckt sie über den V-Schärfer, wo in geschlossenem Zustand die kurze Kappe mit dem Clip sitzt. Nun hat man den Schärfstab mit längerem Griff, da die Kappe als Griff genutzt werden kann. Mit dem Schleifstab lassen sich - Übung im Freihandschärfen voraus gesetzt - Messer aber auch Werkzeuge wie zB Angelhaken schärfen. Der Stab ist wie ein Wetzstab, aber auch wie eine Feile nutzbar. Er ist ausreichend fein um gute Ergebnisse zu erzielen, aber grob genug um gut Material abzutragen.

Klar, er ersetzt keinen Sharpmaker, aber für unterwegs leistet er gute Dienste. Leider halten die Kappen nicht grade gut, es kommt vor dass in der Tasche eine Kappe abgeht. Schade, aber ok. Bei mir steckt er in einer Stifttasche, da kann er auch ohne die Sicherung durch den Clip (an der Kappe) nicht verloren gehen. Aber es ginge besser. Fazit: Um 7 Euro liefert Victorinox einen Schärfer der durchaus taugt. Er ersetzt keine Steine oder gute Schärfsysteme. Aber als Behelf auf Reisen oder unterwegs taugt er jedenfalls, und das berühmte Ferienhaus-Kochmesser bekäme man auch scharf (wobei ich auf Urlaubsreisen mit Basis Ferienhaus sicher den Sharpmaker oder Duckfoot mitnehmen würde). Als schneller Schärfer für Ungeübte die mal eben Opinel oder Schweizermesser schärfen wollen ist er empfehlenswert, um den Preis geradezu geschenkt!

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